„Passe ich zu euch, wenn ich Adult Baby, Diaper Lover oder Ageplayer bin?“

Diese oder ähnliche Fragen bekommen wir, als CG/L Stammtisch, nicht selten. Und auch für mich ist diese Frage bisher gar nicht so eindeutig zu beantworten, da in all diese Begrifflichkeiten so viel interpretiert werden kann und „Caregiver und Little“ verhältnismäßig neue Begriffe in der Szene sind. Am ehesten würde ich sagen, ja klar, unbedingt.

Zuerst möchte ich die Begriffe Fetisch und Lifestyle als unterschiedliche Gewichtungen zwischen „sexuell“ und „non-sexuell“ definieren, wobei das eine auch immer Teil des anderen sein kann.

Nun haben wir für uns den Lifestyle-Begriff eingeführt und diesen mit dem inneren Kind und einem individuell gefühlten Lebensalter verbunden. Ebenso gehören dazu Menschen, die sich um dieses innere Kind kümmern möchten. Doch kann der Übergang von „Fetisch“ zu „Lifestyle“ sehr schleichend sein. Denn ganz offensichtlich gibt es diesen Lifestyle bereits seit Jahrzenten, ohne ganz spezifisch einen Begriff dafür zu haben. So kann alles und nichts dazu gehören, sowie dazu auch immer Sex gehören kann, aber nicht muss. Außerdem benennen die meisten altbekannten Begriffe und Abkürzungen meist eher eine oder mehrere bestimmte Vorlieben, ohne einen offensichtlichen Fetischbezug.

Ich möchte nun einmal im speziellen auf den Begriff des „Ageplay“ eingehen. Als Lifestyle geht es uns um Authentizität des inneren Kindes. Es wird nicht „nur so getan als ob“, sondern es geht um echte Gefühle und einem kindlichen Mindset. Wogegen das Spielen einer Rolle eher dem Schauspieler zuzuschreiben ist. Aber Moment, unterscheiden sich nicht gerade die guten von den schlechten Schauspielen darin, dass sie ihre Rolle „sind“ und sich vollkommen in sie hineinfühlen? Und zeigt uns nicht auch die Psychologie, dass wir uns alle letztlich in unterschiedlichste Rollen begeben und diese so gut spielen, dass wir – zumindest in Bezug auf die jeweilige Rolle – vollkommen authentisch sind?

Mit diesen Gedanken im Hinterkopf, kommen mir folgende Thesen in den Sinn.

1. Little sein bedeutet authentisch sein
2. Little sein bedeutet alle Rollenbilder zu vergessen

Also was unterscheidet nun den Ageplayer vom Little? Alles und nichts. Es ist mehr eine Frage der Authentizität, ob man nur so tut als wäre man ein Kind oder ob man sich so fühlt und teils unbewusst ebenso agiert. Doch sollte es auch klar sein, dass es einigen z.B. durch Erziehung und Erfahrung nicht leichtfällt authentisch zu sein oder sich so sehr fallen zu lassen, dass sich ihr inneres Kind zeigt. Das zu erreichen ist ein langer Prozess, der durch Situation, Umgebung, Kleidung, Lebensstil, Gleichgesinnte, etc. erleichtert werden kann.

Somit möchte ich festhalten: Zu uns passt jeder, der daran interessiert ist, seine Kindheit auf ganz besondere Weise wieder- oder neu zu entdecken. Oder Menschen die an der Beziehungsdynamik zwischen Caregiver und Little interessiert sind, ob innerhalb einer festen oder platonischen Beziehung.

Und es sollte klar sein, Toleranz ist unser größtes Gebot. So muss man immer damit rechnen, dass es die unterschiedlichsten gefühlten Lebensalter gibt und somit keine Abneigung gegen die Tatsache bestehen darf, dass einige von uns Windeln tragen, Schnuller benutzen oder andere Dinge mögen, die allgemein eher Babys oder Kleinkindern zugeordnet werden.

Liebe Grüße
Leonie ♥

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